Der Knabensopran – Lupenreine Stimmen in den höchsten Tönen

Sieht man sich einmal den klassischen Bereich der Oper an, so findet man dort sehr facettenreiche Stimmlagen. Eine davon ist der allseits beliebte und sehr anspruchsvolle Sopran.

Engelsgleiche Stimmen

Gerade sehr junge Knaben haben hier die besten Vorrausetzungen, um einen wirklich guten Sopran zu singen. Aus diesem Grund gibt es auch weltweit zahlreiche Knabenchöre, die hauptsächlich Jungen im vorpubertären Alter beherbergen. Zu diesem Zeitpunkt haben gute Sänger meist noch eine lupenreine Stimme, welche oftmals auch als Engelsgesang bezeichnet wird. Stellt man sich das nun einmal in einem kompletten Chor vor, kann man sich denken, welch eindrucksvolles Erlebnis einen da erwartet. Im natürlichen Verlauf der Dinge währt dies hohe Stimme der Knaben nicht lange. Mit dem Eintritt in die Pubertät, nimmt es in neunundneunzig von einhundert Fällen auch mit dem Knabensopran ein jähes Ende und der Sänger ist gezwungen, sich entweder mit diversen Techniken vertraut zu machen, oder sich eine neue Stimmlage zu suchen.

Der Knabensopran und seine Facetten

Der Sopran an sich bezeichnet normalerweise eine Singstimme mit einem Umfang von c bis a, wobei viele professionelle Sänger auch noch wesentlich höhere Töne erreichen können. Ebenso verhält es sich mit dem Knabensopran. Auch hierbei wird der Stimmumfang von c bis a angestrebt, und auch hier treffen manche Knaben noch sehr viel höhere Töne. Je nachdem, wie viel Talent der Knabe besitzt, ist der Knabensopran also auch noch sehr ausbaufähig. Da weltweit der reine Gesang eines Knaben auch schon zu früheren Zeiten sehr beliebt war und die Besucherränge stets füllte, wurden schon vor vielen Jahrhunderten Knaben darin gefördert, Sopran zu singen. Da jedoch auch hier das Ende der reinen Stimme stets abzusehen war, nahm der Einfallsreichtum für die längere Erhaltung der Stimme bald einen großen Raum ein. So entstand dann auch die Kastration von Knaben, um diesen den Knabensopran für den Rest ihres Lebens zu bewahren. In der heutigen Zeit wird diese Methode nicht mehr praktiziert und das ist auch gut so. Schließlich stellt die Kastration junger Männer einen nicht zu unterschätzenden Nachteil für die Jungen dar und ist ein einschneidendes Erlebnis. Heutzutage ist man darauf gekommen, dass sich der Knabensopran auch nach der Pubertät noch erhalten lässt, indem man zum einen die Kopfstimme nutzt und zum anderen verschiedene Techniken anwendet. Hier kommt dann in erster Linie die Falsetttechnik zum Einsatz, welche dem männlichen Sänger zu einer höheren Stimme verhelfen soll. Mit einer bestimmten Atmung lässt sich auf diese Weise die Schwingung der Stimmbänder beeinflussen, sodass die Stimme höher, weicher und klarer wird. Sicherlich wird dadurch der Knabensopran niemals gänzlich erreicht werden, aber nichtsdestotrotz erlangt der männliche Sänger auf diese Weise einen schönen Sopran.

Die Förderung junger Knaben

Wer einen kleinen Knaben zu Hause sitzen hat, und bemerkt, dass dieser gerne singt, sollte sich ernsthaft überlegen, die Singstimme zu fördern. Man muss ja nicht gleich einen hochdekorierten Knabenchor anstreben, auch ein paar Stunden einfacher Gesangsunterricht kann richtig Spaß machen. Kommt hierbei ein schöner Knabensopran zum Vorschein, hat man schließlich immer noch die Möglichkeit, diesen weiter zu fördern!

Foto: Robert Yoder – Fotolia.com

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